Der Ruhrpott, eine der drei bevölkerungsdichtesten Regionen Europas, beheimatet etwa 5.1 Millionen Menschen. Die Montanindustrie prägt das Ruhrgebiet maßgeblich. Sowohl Kohle, als auch Stahl aus dem Ruhrgebiet sind auf dem Weltmarkt hoch angesehen. Über Jahrzehnte kamen Menschen aus aller Welt, um in einer der vielen Zechen zu malochen. Sie fanden knochenharte, körperlich anstrengende Arbeit, aber auch gute Bezahlung.

Im Jahre 1860 wurden zahlreiche Arbeitersiedlungen für Kohle- und Stahlarbeiter erbaut. Die Industrie boomte, was zur Abteufung weiterer Zechen und Stahlwerke führte. Ab etwa 1920 löste dann der Drucklufthammer das traditionelle Werkzeug “Schlägel und Eisen” ab. Letzteres wurde zu einem bezeichnendem Symbol des Ruhrgebiets.

Unter Tage ist das Leben gefährlich. Nicht zuletzt aus diesem Grund bilden sich tief unter der Erde besondere Freundschaften. Kameradschaft, Vertrauen und Nächstenliebe – ohne jene Werte wäre die harte Arbeit nicht erträglich gewesen. Dunkelheit und Risiko gehörten zum täglichen Brot des Bergmanns. 

Mit der Gründung der Ruhrkohle AG 1968 gab es ein staatlich gefördertes Unternehmen, welches die Produktion und den Handel von Kohle in Deutschland und auch international überwachte. 1987 besuchte sogar Papst Johannes Paul II. die Zeche Prosper-Haniel und begann seine Rede mit den Worten “Glückauf” – der typische Berbauergruß im Ruhrgebiet.

Vor etwa elf Jahren war es dann soweit. DIe große Koalition in Deutschland plante das Ende der Subventionierung des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet zum 21. Dezember 2018. Im Laufe der Jahre schlossen die meisten Zechen des Ruhrgebiets und die dazugehörigen Schächte wurden aufgeschüttet.

Ende 2018 endete dann eines der größten und einflussreichsten Kapitel des Ruhrgebiets und die letzte verbleibende Zeche, Prosper-Haniel förderte zum letzten Mal das schwarze Gold. Der Strukturwandel in der Region hat längst begonnen. Mit dem Ende der Steinkohle mussten neue Wege erschlossen werden. Im Laufe der Jahre bildete sich eine Startup-Szene, die dem Ruhrgebiet neuen Aufwind verlieh.